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Neue Betriebs­­sicherheits­­verordnung – Gefahr für den Gerüstbau?

Team Organisation & Ablauf
Team Organisation & Ablauf, 20.09.17 10:23

Aufregung bei den Gerüstbauern: Die Arbeitsschutzbehörden wollen die Betriebssicherheitsverordnung modernisieren.
Ein Vorgang, der generell sicher positiv zu sehen ist. Die Bundesinnung und der Bundesverband Gerüstbau sehen in den Plänen allerdings eine Gefahr für die Branche.

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Der Knackpunkt sind laut Innung und Verband die sogenannten „systemintegrierten Sicherungsgeländer“. Sollten diese als vorrangiger Technik-Standard festgelegt werden, so könne das dem Gewerk einen großen Schaden zufügen, sind sich Innung, Verband und zahlreiche Hersteller einig. Die Behörde für Arbeitsschutz will systemintegrierten Sicherungsgeländern Vorrang vor allen anderen Sicherungsmaßnahmen einräumen.

Systemgerüste im Wert von fast 5 Mrd. Euro stehen auf dem Spiel

Bundesinnung und Bundesverband Gerüstbau warnen dazu: "Diese bislang noch nicht im Gerüstbau praktisch verwirklichten und bewährten Sicherungsgeländer sind in großen Teilen des Gerüstbaus nicht einsetzbar und daher kein geeigneteres und angemessenes Mittel zur Absturzsicherung im Vergleich zu den im Markt befindlichen Schutzmaßnahmen.“ Es stünde Gerüstbestand an bislang zum Großteil verwendeten Systemgerüsten im Wert von insgesamt fast fünf Mrd. Euro auf dem Spiel. "Dieser Materialbestand müsste im Falle einer durch die Vorschriften vorgegebenen Vorrangstellung von systemintegrierten Sicherungsgeländern praktisch komplett ausgetauscht werden", so die Branchenvertreter.

Kein höherer Schutz

Gleichzeitig erklären sie, dass der Einsatz der systemintegrierten Sicherungsgeländer keinen höheren Schutz bieten würden. Durch eine neue technische Regel für Betriebssicherheit in der Betriebssicherheitsverordnung soll allerdings dem technischen Schutz absoluter Vorrang eingeräumt werden. Der Unternehmer muss bislang eine Gefährdungsbeurteilung durchführen. Mit dem Vorhaben der Verordnung, so Innung und Verband, würde damit die dem Unternehmer obliegende Auswahl der im Einzelfall geeigneten Schutzmaßnahmen auf den technischen Schutz einengen. Die Vertreter des Gewerks befürchten nun, dass sich die Betriebe, die bisher wenige Vorschriften beachtet haben, mit deutlich niedrigeren Preisen gegen diejenigen Unternehmen durchsetzen werden, die den Gerüstmaterialbestand regelgerecht tauschen und dies auch monetär mit einkalkulieren müssen.

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Der Verband fordert nun einen ganzheitlichen Ansatz, um die Sicherheit zu verbessern. "Unfallerfassung und Analyse müssen verbessert und Persönliche Schutzausrüstung flächendeckend durchgesetzt werden", so Bundesinnung und Bundesverband Gerüstbau. Die sogenannte Persönliche Schutzausrüstung sei eine Schutzmaßnahme, die, wenn sie sich flächendeckend durchsetze, eine klare Verbesserung der Arbeitssicherheit, so Verband und Innung. Sie sei fast im gesamten Gerüstbau einsetzbar. Hierfür bräuchte es ein funktionierendes Kontrollsystem. Die Branche ist der Meinung, dass die jetzt favorisierte technischen Lösung in vielen Bereichen des Gerüstbaus nicht einsetzbar ist, zudem sogar andere Schutzmaßnahmen außer Kraft gesetzt werden könnten. Dies alles führe zu einem immensen wirtschaftlichen Schaden. Die Sicherheit hingegen würde sich kaum verbessern.

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