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Stolpern, Stürzen und Schlimmeres: Richtig Handeln bei Arbeitsunfällen

Team Mitarbeiter & Kollegen
Team Mitarbeiter & Kollegen, 30.10.17 09:47

Es kann so schnell passieren: ein falscher Schritt, eine ungeschickte Bewegung oder eine verstecke Stolperfalle und „zack!“ kommt es zu einem Arbeitsunfall. Alleine 2016 wurden in Deutschland 877.071 Arbeitsunfälle gemeldet. 424 dieser Unfälle endeten tödlich. Damit es nicht soweit kommt, sollten Handwerksbetriebe einige Grundsätze berücksichtigen.

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An oberster Stelle steht die Vermeidung von Arbeitsunfällen – denn Vorsicht ist besser als Nachsicht. Laut Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) sind 20 Prozent der Arbeitsunfälle auf Stolpern, Ausrutschen und Stürze zurückzuführen. Um solche Unfälle zu vermeiden sollten Sie auf einige wichtige Dinge zur Gewährleistung der Arbeitssicherheit achten. Wie Sie zum Beispiel Unfälle beim Tragen schwerer Lasten vermeiden, lesen Sie in unserem Beitrag zur Mitarbeitergesundheit. Viele Krankenkassen bieten außerdem Kurse zum Thema „Richtig heben und bücken“ an. Informieren Sie sich bei Ihrer Krankenkasse, ob solche Schulungen angeboten werden.

Wenn trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ein Arbeitsunfall passiert, ist es wichtig, richtig zu handeln, um durch die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) abgesichert zu sein. Doch wie handelt man richtig, wenn ein Unfall im Betrieb vorgefallen ist?

Priorität 1: Erste Hilfe

Der erste und wichtigste Schritt bei einem Unfall: Erste Hilfe leisten! Der Betrieb wird durch §10 des Arbeitsschutzgesetzes und §24 bis §28 der DGUV Vorschrift 1 zur Organisation der Ersten Hilfe verpflichtet. Sie müssen zum Beispiel einen Ersthelfer ausbilden, Erste-Hilfe-Maßnahmen in einem Verbandbuch dokumentieren und Erste-Hilfe-Material bereitstellen. Wie diese Vorschriften im Detail aussehen, können Sie hier nachlesen.

Wann ist ein Unfall ein Arbeitsunfall?

Erst, wenn alle Beteiligten medizinisch versorgt sind, sollten Sie sich um die Formalitäten kümmern. Um die richtigen Schritte einzuleiten, ist dann zunächst einmal wichtig, bei welchen Unfällen es sich um Arbeitsunfälle handelt. Um diese Frage zu beantworten, sollten Sie sich folgende Fragen stellen:

  • Ist der Unfall während der Arbeit oder auf dem Hin-/Rückweg passiert?
    Bei einem Unfall, der während der Arbeit passiert ist, spricht man von einem Arbeitsunfall. Wenn sich der Unfall auf dem Weg zur Arbeit oder auf dem Heimweg ereignet, handelt es sich um einen Wegeunfall, der ebenfalls als Arbeitsunfall gilt. Das gilt allerdings nur, wenn der direkte (entweder der kürzeste oder der schnellste) Weg genommen wurde. Umleitungen, Stauumfahrungen sowie Umwege aufgrund von Fahrgemeinschaften oder um Kinder abzuholen gelten ebenfalls als Arbeitsweg.
  • Hätte das Ereignis einen gesunden Menschen genauso geschädigt?
    Wenn diese Frage mit „Ja“ beantwortet wird, handelt es sich um einen Arbeitsunfall. Wenn Sie mit „Nein“ beantwortet wird, weil die Situation nur durch Vorerkrankungen des Mitarbeiters zu einem Unfall geführt hat, liegt nicht zwangsläufig ein Arbeitsunfall vor.

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  • Ist die Handlung, die der Mitarbeiter ausführte, auf den betrieblichen Bereich zurückzuführen?
    Verletzt sich ein Mitarbeiter im Betrieb bei einer Handlung, die nicht auf den betrieblichen Bereich zurückzuführen ist, liegt kein Arbeitsunfall vor. Geht der Mitarbeiter beispielsweise nach draußen, um zu rauchen und stolpert dabei, ist das kein Arbeitsunfall. Weder das Rauchen selbst, noch der Weg nach draußen, sind Teil seines Jobs.
  • Ist die Verletzung durch ein zeitlich begrenztes Ereignis entstanden?
    Wenn ein Mitarbeiter Langzeitschäden durch Dauerbelastungen, wie zum Beispiel Rückenprobleme durch häufiges Tragen schwerer Lasten, erleidet, liegt kein Arbeitsunfall vor. Ein Arbeitsunfall ist zeitlich begrenzt und muss sich innerhalb einer Schicht ereignen.

 Mehr zum Thema „Wann ist ein Arbeitsunfall ein Arbeitsunfall?“

Berufsgenossenschaft informieren

Wenn geklärt ist, dass der vorgefallene Unfall ein Arbeitsunfall ist, ist es Zeit weitere Schritte einzuleiten. Ist der Mitarbeiter durch den Unfall voraussichtlich mehr als drei Kalendertage arbeitsunfähig, muss der Vorfall der Berufsgenossenschaft innerhalb von drei Tagen gemeldet werden. Wenn mehr als drei Personen zu Schaden gekommen sind sowie bei tödlichen Unfällen, müssen Sie die Berufsgenossenschaft sofort informieren. Unfälle mit weniger schweren Folgen, die keine oder weniger als drei Tage Arbeitsunfähigkeit zur Folge haben, müssen ins Verbandbuch eingetragen werden. Das ist wichtig, falls später noch Unfallfolgen auftreten. Das Verbandbuch müssen Sie übrigens mindestens fünf Jahre aufbewahren!

Mehr Informationen zum Umgang mit Arbeitsunfällen gibt es in diesem Artikel des Handwerk Magazins und bei der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU)

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