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Investitionen im Handwerk, Teil 1: Fuhrpark, Maschinen & Co.

Team Geld & Liquidität
Team Geld & Liquidität, 19.02.18 11:12

Deutsche Handwerker investieren derzeit so stark wie nie zuvor. Doch welche Investitionen lohnen sich wirklich – und wie kann die Finanzierung gelingen? Das BAUBÜRO zeigt die besten Strategien für eine sichere Finanzplanung und mehr Liquidität bei allen größeren Investitionen im Handwerk.

So planen und finanzieren Sie Investitionen sorgfältig und solide

  •  Rund 60 Prozent der Handwerksbetriebe investieren jährlich Milliarden Euro in neue Betriebsfahrzeuge, Maschinen, „digitale Werkzeuge“ sowie in Werkstatt- und Büroausstattung. Doch nicht immer reichen die Eigenmittel dafür aus.
  • Investitionskapital erhöhen: Bürgschaftsversicherungen ersetzen den Sicherheitseinbehalt und stärken die Liquidität.

Warum werden Investitionen für Handwerker immer wichtiger?

Um zu erfahren, welche Investitionen im Handwerk eine Rolle spielen, hat der Zentralverband des deutschen Handwerks (ZDH) gemeinsam mit 30 Handwerkskammern im vergangenen Jahr eine Umfrage unter mehr als 6.000 Betrieben durchgeführt. Hier die wichtigsten Ergebnisse:

  • Nahezu drei Viertel der befragten Handwerksbetriebe haben in den letzten drei Jahren investiert. Nur 16 Prozent taten dies nicht. 
  • Die überwiegende Mehrheit aller Handwerksbetriebe will auch in den kommenden drei Jahren weiter investieren – allein im Baugewerbe gaben dies 64 Prozent der Befragten an, im Ausbau waren es 55 Prozent. Nur 18 Prozent der Handwerker in Deutschland planen laut Umfrage des ZDH derzeit keine neuen Investitionen. 
  • Zwei Drittel der Investitionen betrafen neue Maschinen, Geräte und Werkzeuge. 40 Prozent der Betriebe erneuerten oder erweiterten ihren Fuhrpark. In 29 Prozent der Fälle floss Geld in die Sanierung der Betriebsräume, ein weiteres Drittel der Handwerker schaffte eine neue Einrichtung dafür an.
  • Als wichtigsten Grund für Investitionen nannten 51 Prozent der Betriebe abgenutzte oder technisch veraltete Produktionsmittel, 17 Prozent wollten ihre betrieblichen Kapazitäten erhöhen und acht Prozent der befragten Handwerker beabsichtigten, ihre Produktions- und Geschäftsprozesse zu rationalisieren.

Neuer Call-to-Action (CTA)

  • Die wichtigsten Ziele, die von den Betrieben bei ihren Investitionen verfolgt wurden: Anpassung an technische Neuerungen (30 Prozent), Steigerung der Erträge (23 Prozent) und Verbesserung der Produktionsprozesse und Betriebsabläufe (19 Prozent).
  • Etwas mehr als die Hälfte finanzierte ihre Investitionen ausschließlich durch Eigenkapital (55 Prozent). Mindestens 34 Prozent der Betriebe war dagegen teilweise oder sogar vollständig auf Fremdmittel angewiesen.
  • Um nicht jeden Bedarf auf einen Schlag finanzieren zu müssen, wurden in vielen Fällen Leasingverträge abgeschlossen. Fahrzeuge wurden auf diese Weise von 16 Prozent der Handwerksbetriebe angeschafft, Geräte und Maschinen von neun Prozent. Fünf Prozent der Betriebe übertrugen außerdem bestimmte Aufgaben an Dienstleister oder Subunternehmen.

Die Zahlen zeigen: Ohne Investitionen läuft – zumindest auf Dauer – nichts mehr im Handwerk.

Investitionen in mobile Endgeräte und aktuelle Software lohnen sich besonders

Beispiel Digitalisierung: Jeder Handwerksbetrieb gab laut Statischem Bundesamt 2016 im Durchschnitt 1.460 Euro für die Anschaffung von Computern, Smartphones, Software sowie anderen digitalen Geräten und Leistungen aus. Künftig dürfte allein dieser Posten noch weiter wachsen. Denn wer sich zum Beispiel nicht mobil mit Auftraggebern, Kollegen und anderen Gewerken vernetzen kann und wichtige Daten vor Ort erhebt, speichert, verarbeitet und teilt, hat auf der Baustelle schon bald nichts mehr verloren. Ein Laptop, Tablet oder zumindest ein Smartphone samt Software gehören inzwischen ebenso zum „Handwerkszeug“ wie einst Hammer und Schraubschlüssel. Der wichtigste Grund: Organisationsabläufe werden durch digitale Technik enorm vereinfacht und beschleunigt, so dass mehr Zeit für die eigentliche Ausführung des Auftrags zur Verfügung steht. Zudem ist der „direkte Draht“ zwischen allen am Projekt beteiligten Kollegen, Back-Office, Fremdfirmen und Behörden inzwischen unerlässlich. Investitionen in die Digitalisierung gehören somit zu denjenigen Aufwendungen, die sich am schnellsten amortisieren.

Tipps für die „besten Strategien“ zur Finanzierung von Investitionsvorhaben

Doch ganz egal, ob Laptop, Firmenwagen oder zeitgemäße Werkzeuge: Vor einer Anschaffung sollte zunächst die Frage der Finanzierung geklärt sein. Eine gute Richtschnur dafür lautet: So viel Eigenmittel wie möglich, so wenig Fremdkapital wie nötig. Denn Investitionen, die zu knapp oder nicht solide genug finanziert werden und somit die Liquidität eines Betriebs für längere Zeit einschränken, könnten schnell zum K.O.-Bumerang für die Liquidität werden. Wer hätte zum Beispiel vor ein paar Jahren geahnt, dass sich die Investition in ein neues Diesel-Fahrzeug schon bald als Fehlinvestition erweisen könnte? Nicht wenige Betriebe müssen heute fürchten, dass „Diesel-Gate“ ein größeres Loch in ihre Kasse reißt als sie wirtschaftlich verkraften können (das BAUBÜRO berichtete). Es gilt daher, solche und ähnliche Risiken auch dann noch meistern zu können, wenn bereits größere Summen in Neufinanzierungen gesteckt wurden. 

Hier einige Tipps unserer Redaktion, die dazu beitragen können, Ihre nächste Investition zu erleichtern und zugleich die Liquidität Ihres Betriebs zu sichern:

1. Eigenkapital erhöhen

Außenstände checken: Wer Geld investieren möchte oder muss, sollte zunächst prüfen, von wem er selbst noch etwas zu bekommen hat. Sind bereits alle offenen Rechnungen beglichen oder sind Mahnungen fällig? Ein konsequentes Rechnungs- und Mahnwesen ist das A und O eines jeden Finanzplans!

Ressourcen prüfen: In fast jedem Handwerksbetrieb schlummert „totes Kapital“. Das kann zum Beispiel eine teure Maschine sein, die nur sehr selten genutzt wird: Lässt sie sich eventuell an Kollegen vermieten oder verkaufen (und bei Bedarf durch ein Mietgerät ersetzen)? Wie steht es mit dem Lager: Gibt es hier ungenutzte Flächen, die nur Geld kosten und daher besser ebenfalls vermietet oder verpachtet werden könnten?

Sicherheitseinbehalt auslösen: Wer von jedem Auftrag fünf Prozent als Sicherheit an seine Auftraggeber abtritt, dem fehlt am Ende des Jahres ein ordentliches Stück Geld, das eigentlich für Investitionen benötigt wird. Hier hilft eine Bürgschafts- und Kautionsversicherung, die am besten bei einem darauf spezialisierten Versicherungsunternehmen (zum Beispiel bei der VHV) abgeschlossen wird. Das Prinzip: Für eine feste Prämie übernimmt die Versicherung die Bürgschaft für den Gewährleistungsfall, also bei Mängeln, die nach Ausführung des Auftrags innerhalb der gesetzlichen Haftungsfrist auftreten können. Im Gegenzug zahlt der Auftraggeber den Sicherheitseinbehalt in voller Höhe an den beauftragten Handwerker aus, der diese Mittel nun für dringend benötigte Investitionen nutzen kann. Weitere Infos zur Bürgschaftsversicherung finden Sie hier.

 

Lesen Sie in der nächsten Woche bei Baubüro wie Sie Kredite- und Fördermittel beantragen.

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