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Unternehmensnachfolge im Handwerk: So klappt es!

Team Geld & Liquidität
Team Geld & Liquidität, 11.08.17 16:32

Inhaber von Handwerksunternehmen stehen irgendwann zwangsläufig vor einer der größten Herausforderungen ihrer beruflichen Karriere: Aus den unterschiedlichsten Gründen steht eine Veräußerung des eigenen Unternehmens an. Wie geht es weiter, wenn man aufhört? Hier ergeben sich ganz verschiedene Modelle. Unternehmensnachfolge im Handwerk ist ein Thema, mit dem man sich gut auseinandersetzen muss.

Unternehmensnachfolge im Handwerk: Das müssen Sie beachten 

Die Übernahme bzw. Übergabe eines Betriebs wirft diverse rechtliche und finanzielle Fragestellungen auf. Wir geben Ihnen einen kurzen Überblick über die wichtigsten Fakten rund um die Unternehmensnachfolge. Am beliebtesten ist der Verkauf des Unternehmens. Schenkung oder Verpachtung finden im Gegensatz dazu nur wenig Beachtung.

Wie findet man jemanden, der den Betrieb übernimmt?

Wenn Sie als Geschäftsführer auf der Suche nach einem Nachfolger sind, liegt es nahe, sich in Ihrem direkten Umfeld umzuschauen. Handwerksunternehmen sind oft sehr lokal ausgerichtet und haben ein enges Verhältnis zu den Mitarbeitern. Oftmals spielt auch die Familie eines Eigentümers eine große Rolle im Betrieb, etwa durch den eigenen Nachwuchs. Im Pool aus langjährigen Mitarbeitern und Verwandten können sich möglicherweise geeignete Kandidaten für die Nachfolge im Unternehmen finden lassen. Auch Businesskontakte über Handwerkskammern, Unternehmerclubs oder Stammtische bieten sich an – hören Sie sich um. Mundpropaganda funktioniert.

Zunächst sollte man sich klarmachen, was mögliche Nachfolger dazu bringt, über eine Übernahme nachzudenken. Der Wunsch nach Selbstständigkeit, Unabhängigkeit, mehr Spielraum im geschäftlichen Bereich und der Gedanke an mehr zu verdienendes Geld sind oft die Triebfedern. Wenn Sie Ihren Betrieb gut geführt veräußern, bieten sich diese Möglichkeiten. Das macht es leichter, Personen zur Übernahme zu bewegen. Wie wichtig es generell ist, junge Menschen für das Handwerk zu begeistern, haben wir mit Speaker und Autor Jörg Mosler besprochen.

Eine Studie des Volkswirtschaftlichen Instituts für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen (ifh)  legt nahe, dass beinahe die Hälfte aller Meisterschüler vorhat, sich in den nächsten zwei bis fünf Jahren selbstständig zu machen. Potenzial ist also vorhanden. Auf der anderen Seite stehen fast 200.000 Betriebe, die bis 2020 auf Übernahme warte.

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Wichtig für das deutsche Handwerk

Die Attraktivität Ihres Geschäfts für Nachfolger ergibt sich auch aus Ihrem Gewerk. So ist man als Metzger zur Zeit nicht besonders gefragt, die Stilllegungen überschreiten die Neugründungen regelmäßig. Im Baugewerbe ist es im Vergleich einfacher, eine Nachfolge zu organisieren. Dass Unternehmensnachfolgen wichtig für das gesamte deutsche Handwerk sind, ist logisch: Nur so kann Deutschland sein riesiges Know-How in den unterschiedlichen handwerklichen Gewerken sowie die zahlreichen Arbeits- und Ausbildungsplätze behalten.

Generell muss noch zwischen zulassungspflichtigen und zulassungesfreien Handwerken unterschieden werden. Wenn jemand Ihren Betrieb in einem zulassungspflichtigen Gewerk übernehmen will, so muss er beispielsweise die Meisterprüfung bestanden haben, eine vergleichbare Qualifikation erfüllen oder als qualifizierter Geselle über sechs Jahre Berufserfahrung (vier davon in leitender Position) verfügen. Erst dann ist die Eintragung in die Handwerksrolle möglich.

Was kommt auf einen zu?

Auch wenn das Finden einer geeigneten Person für die meisten Unternehmer die größte Hürde ist, kommen weitere wichtige Aspekte auf den übergabewilligen Handwerker zu. Die Ermittlung des Unternehmenswerts stellt für viele Handwerker einen großen Berg an Arbeit dar. Nicht nur die Angst vor einem schlechten Ergebnis der Ermittlung, auch das aktive Beschäftigen mit sämtlichen Aspekten des Unternehmens sind abschreckend.

Um den Wert herauszubekommen, ist oft ein Gang zum Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwalt oder Steuerberater hilfreich. Diese können auf ihre Erfahrung mit Übernahmen zurückgreifen, bei rechtlichen Fragen bietet externe Hilfe die größte Sicherheit. Laut der ifh-Studie sehen 40 Prozent der Befragten eine Ermittlung des Unternehmenswerts als nicht erforderlich an. Dabei hilft dies nicht nur, um monetäre Fragen möglicher Nachfolger zu beantworten, sondern bringt auch Antworten auf viele weitere möglicherweise aufkommende Fragen mit sich. Ein intensiver Blick auf das Unternehmen erleichtert die Übergabe ungemein. Zu beachten sind auch unbedingt Verflechtungen zwischen betrieblichem sowie privatem Vermögen.

Vor der Übergabe sollte auch Selbstreflektion betrieben werden. Als Unternehmer nimmt man die zentrale Rolle im Betrieb ein. Wenn man zu sehr im Mittelpunkt steht und dominant auftritt, kann es für Nachfolger schwer werden, in die Fußstapfen zu treten. Bei Kunden, Geschäftspartnern und vor allen Dingen Mitarbeitern kann es schnell zu Akzeptanzproblemen kommen. Und zwar auch oder gerade bei Übernahmen innerhalb der Familie.

Weiterführende Links

Es gibt einige interessante weiterführende Links, die Ihnen beim Thema Unternehmensnachfolge behilflich sein können.  Das Gründermagazin „Gründerblatt“ informiert sie beispielsweise hier:

http://www.gruenderblatt.de/Unternehmensnachfolge+im+Handwerk/Information

Sollten Sie bereits so weit sein, Ihr Unternehmen veräußern zu wollen, können Sie es online in einer Firmenbörse inserieren. Ein Beispiel ist die Börse von „Für Gründer“:

https://www.fuer-gruender.de/wissen/geschaeftsidee-finden/unternehmensnachfolge/unternehmensboerse/

 

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