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Investitionen im Handwerk, Teil 2: Wie Sie Fördermittel beantragen und Steuervorteile nutzen

Team Geld & Liquidität
Team Geld & Liquidität, 26.02.18 11:07

Deutsche Handwerker können öffentliche Fördermittel beantragen und Steuervorteile bei der nächsten Investition nutzen. Das BAUBÜRO erklärt, wo Sie Fördermittel erhalten und wie Sie den steuerlichen Sofortabzug sogenannter „geringwertiger Wirtschaftsgüter“ nutzen können.

So planen und finanzieren Sie Investitionen sorgfältig und solide

  • Investitionskapital erhöhen: Bürgschaftsversicherungen ersetzen den Sicherheitseinbehalt und stärken die Liquidität.
  • KfW & Co: Welche Fördermittel stehen Handwerkern zu?
  • Steuervorteile: So bitten Sie das Finanzamt bei Ihrer nächsten Investition zur Kasse.

Banken legen seit Kurzem strengere Maßstäbe bei der Vergabe von Krediten an Selbstständige und kleinere Unternehmen an (das BAUBÜRO berichtete darüber). Es kommt also darauf an, die eigene Bonität zu optimieren und zugleich die Kreditlinie bei der Hausbank nicht unnötig zu belasten. Eine Bürgschaftsversicherung anstelle einer Bankbürgschaft bietet hierfür eine Möglichkeit. Eine gute Bonität ist auch wichtig, um Bank oder Kreditinstitut von einer geplanten Finanzierung mit staatlichen Fördermitteln zu überzeugen. Doch welche Kredite und Fördermittel gibt es überhaupt? BAUBÜRO stellt eine Auswahl vor:

KfW-Kredite: Die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist die wichtigste Anlaufstelle für besonders günstige Kredite, auf die in vielen Fällen auch Handwerksbetriebe Anspruch haben. Dafür hat die KfW zwei Programme aufgelegt: eines für Gründer und eines für bereits am Markt etablierte Unternehmen und Selbstständige. Der Zinssatz für Unternehmerkredite der KfW liegt derzeit bei nur 1 Prozent! Auf der Website der KfW finden sich detaillierte Informationen über die Voraussetzungen für Unternehmensdarlehen und die entsprechenden Antragsformulare (das BAUBÜRO berichtete darüber).

Regionale Wirtschaftsförderung: Auch die Bundesländer verfügen über Programme zur Förderung des Handwerks. Allerdings sind die Voraussetzungen für Investitionshilfen von Land zu Land unterschiedlich geregelt. Genauere Informationen finden sich auf den Webseiten der einzelnen Wirtschaftsministerien.

Extra-Tipp: Sowohl für Kredite der KfW als auch für die von den Wirtschaftsministerien der Bundesländer vergebenen Investitionsdarlehen sind in der Regel Bankbürgschaften erforderlich. Doch häufig möchte die eigene Hausbank die Bürgschaft für einen solchen staatlichen Kredit nur ungern übernehmen. In diesen Fällen können sich Handwerksbetriebe und Selbstständige auch an die für ihr Bundesland zuständige Landesbank wenden.

Einen Überblick über nahezu alle Förderprogramme für Investitionen finden Sie in der Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Steuervorteile nutzen

Wer Investitionen günstig finanzieren möchte, sollte nicht vergessen, sein Finanzamt daran zu beteiligen:

Kleinere Investitionen: Ab dem Steuerjahr 2018 steigt die Höchstgrenze für den steuerlichen Sofortabzug sogenannter „geringwertiger Wirtschaftsgüter“ (GWG) von bisher 410 auf 800 Euro – damit lassen sich vor allem kleinere Maschinen oder Digitalgeräte bequemer finanzieren als in der Vergangenheit. 


Größere Investitionen:
Nach § 7g des Einkommensteuergesetzes können größere Aufwendungen für bewegliche Wirtschaftsgüter (zum Beispiel in ein Fahrzeug oder in eine Maschine) bereits steuerlich geltend gemacht werden, wenn sie noch gar nicht entstanden sind. Voraussetzung: Der Unternehmer plant, innerhalb der nächsten drei Jahre tatsächlich zu investieren. Dann kann er noch vor der eigentlichen Anschaffung 40 Prozent des geschätzten Aufwands von der Steuer absetzen. Wird ein bewegliches Wirtschaftsgut sofort angeschafft, kann eine Sonderabschreibung geltend gemacht werden (bei Fahrzeugen immerhin 36,67 Prozent im ersten Jahr). Besonders lohnenswert wird es, wenn die Anschaffung eines E-Autos geplant ist: dann winken zusätzlich 4.000 Euro Zuschuss vom Staat und in den ersten zehn Jahren der Nutzung entfällt die Kfz-Steuer.

Fazit: Der Weg zum Geld ist für Handwerker zwar oft steinig, aber nicht unüberwindlich. Das BAUBÜRO recherchiert laufend neue und sinnvolle Maßnahmen, die dazu beitragen können, die Liquidität und den wirtschaftlichen Erfolg von Betrieben im Bau- und Ausbaugewerbe zu sichern und zu erhöhen. Wir halten Sie auch künftig über unsere Recherchen auf dem Laufenden!

 

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